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Bericht von Christina Fuchs, Sieglinde Neudorfer und Maximilian Bamberger (4UT)
Unser letztes Praktikum sollte ein besonderes Erlebnis werden. Wir sehnten uns nach „Education & Fun“. Da wir letztes Jahr auf Vermittlung von Prof. Steiner hin ein Praktikum im Austria Research Center Seibersdorf gemacht hatten, kontaktierten wir unseren damaligen Chef, Dr. Bodo Trognitz.
Dieser konnte uns an das Labor „Genética Vegetal“ der „Universidad Politécnica de Valencia“ vermitteln. Wir waren aufgeregt, unser Sommer würde eine Kombination aus Vertiefung unserer Laborfertigkeiten, Anwendung unserer Spanischkenntnisse und nicht zuletzt aus heißen Temperaturen, Sonne und Meer werden.
Am 13. Juli war es soweit, unser erster Arbeitstag sollte beginnen. Wir brauchten einige Zeit, um uns auf dem riesigen Campus der Universität zurechtzufinden, trafen aber dann doch rechtzeitig am Arbeitsplatz ein. Wir waren sehr beeindruckt von der Architektur des komplett neuen Gebäudes und der Laborausstattung. Der Campus bietet viel, Bibliotheken, ein Schwimmbad, Sportplätze, Internetzugänge und vieles mehr. Damit wir alle diese Einrichtungen nützen konnten, wurde uns ein Studentenausweis ausgestellt.
Wir wurden sehr freundlich von Jaime Prohens und seinem Team Mariola und Blasco, die an Auberginen forschen, empfangen. Da Valencia zweisprachig ist und wir kein „Valencianisch“ verstehen, unterhielten wir uns soweit wie möglich auf Spanisch, ansonsten auf Englisch. Unsere Tätigkeitsbereiche waren das Versuchsfeld mit den Auberginen (=berenjenas) und das Labor.
Hintergrund: Es soll eine neue Auberginensorte gezüchtet werden, die mehr Polyphenole enthält als die im Handel erhältlichen Sorten. Polyphenole wirken wie andere Antioxidantien unter anderem entzündungshemmend und krebsvorbeugend. Um eine höhere Polyphenolkonzentration zu erreichen, kreuzten wir solanum melongena (eine im Handel übliche Sorte) mit solanum aethiopicum (eine afrikanische Wildaubergine) und testeten anschließend die F1 und F2 Genrationen und die Backcross-F1 parental Pflanzen, ob die gewünschten Gene übertragen wurden und aktiv sind.
Von nun an arbeiteten wir jeden Morgen am Feld. Wir bestimmten die morphologischen Merkmale der Pflanzen (Blattlänge, Blütendurchmesser, Höhenwachstum, etc.), machten kontrollierte Kreuzungen mittels manueller Bestäubung und sammelten Früchte und Blätter für weitere Untersuchungen.
Zurück im Labor konnten wir uns in den klimatisierten Räumen von der Hitze erholen.
Aus den gesammelten Blättern extrahierten wir die DNA. Anschließend prüften wir die Qualität unserer Arbeit, indem wir mittels NanoDrop die Konzentration des Erbguts maßen.
Nachdem wir die von uns extrahierte DNA auf eine gewisse Konzentration eingestellt hatten, fuhren wir eine PCR, um festzustellen, wie die qualitätsspezifischen Gene vererbt wurden.
Bei den Früchten im kommerziellen Erntestadium waren vielerlei Analysen notwendig.
So mussten sie zuerst gewogen werden, dann bestimmten wir mit Hilfe des Colorimetros die Farbe an verschiedenen Stellen. Den gewonnenen Saft untersuchten wir auf Polyphenole. Anhand der Schale konnten wir auf den Chlorophyllgehalt schließen. Die Querschnitte der Auberginen wurden auch noch eingescannt und mit dem Programm „Tomato Analyser“ untersucht.
Aus den vollreifen Früchten gewannen wir die Samen zur Archivierung.
Ein weiterer Teil der Arbeit waren die Erzeugung von Ablegern und In- Vitro Vermehrung.
Pflanzen, Blüten und Früchte wurden neben präzisen Aufzeichnungen (z.B. Größe, Farbe, Form etc.) auch noch fotografisch dokumentiert.
Aufgrund der spanischen Arbeitsmoral bestand unser Aufenthalt nicht nur aus Arbeit. Uns blieb noch genug Zeit zum Erforschen von Valencia.
Im Mittelpunkt unseres Interesses nach einem anstrengenden Arbeitstag standen eindeutig der Strand und das Meer. Dort waren wir sehr oft in unserer Freizeit anzutreffen. Valencia bietet sehr viele Sehenswürdigkeiten, wie die Stierkampfarena, das alte Stadttor oder den Mercado Central. Zur Erholung nach den „Sigthseeing-Trips“ ist der „Jardin del Turia“ bestens geeignet. Der wunderschöne Park im alten Flussbett des „Turia“ führt direkt zum beeindruckenden Architekturkomplex „Ciutat de les arts i de les ciéncies“, wie ihn die Valencianer nennen.
Durch das ständige Spazieren liegt auch die valenzianische Paella nicht schwer im Magen.
Der beste Platz zum Slacklining war eindeutig der Universitätspark, dort trifft man auf Studenten vielfältigster Herkunft. Will man jedoch mehr Leute kennen lernen, muss man fortgehen, wozu sich das Wochenende ausgezeichnet eignet. Man sieht den ganzen Tag nicht so viele Menschen auf den Straßen wie in der Nacht. Sogar die Kinder bleiben bis Mitternacht wach! Danach trifft sich die „Jugend“ am Strand zum gemütlichen Beisammensein. Die Fiesta startet um zwei bis drei Uhr, dann heißt es „bailar, bailar bailar“ bis 7 Uhr morgens!
Unser Aufenthalt gestaltete sich sehr abwechslungsreich. Wir lernten eine völlig neue Mentalität schätzen und werden in Österreich eine Weile zur Akklimatisierung brauchen.
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